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Réka Miklós (2019)
Der Seckauer Liber ordinarius 1566
ISBN: 0379-3621
ET: Dezember 2019
Ausstattung: 284 Seiten Hardcover, zahlreiche Abbildungen

Der Seckauer Liber ordinarius
Graz Universitätsbibliothek 1566


Réka Miklós, unter Mitarbeit von Gionata Brusa

Vorwort
In der vorliegenden Edition werden die Texte der Handschrift A-Gu 1566, einem Liber ordinarius des Chorherrenstifts Seckau aus dem letzten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts, ediert und kommentiert. Dadurch soll ein Einblick in eine mehr als 250 Jahre andauernde kontinuierliche liturgische und musikalische Entwicklung der Seckauer Liturgie gewährt werden.

Die Handschrift gilt als eines der spätesten Beispiele der Gattung Liber ordinarius. A-Gu 1566 steht an der Schwelle zu den liturgisch-musikalischen Umwälzungen in der Folge des Konzils von Trient und dokumentiert die Seckauer Eigenliturgie vor der Übernahme des römischen Ritus im Jahre 1600. Die Quelle ist von hohem musikhistorischem Wert, nicht zuletzt für die Musikgeschichte der Steiermark.
Als Übermittler einer bestimmten, lokal geprägten Liturgie dienen die sogenannten liturgischen Direktorien, also die Libri ordinarii. Anhand dieser Quellen ist es möglich, die Entwicklung einer lokalen Liturgie zu untersuchen und auszuwerten. Wie schon andernorts mehrfach festgestellt wurde, können die österreichischen mittelalterlichen liturgischen Traditionen erst dann im Zusammenhang untersucht werden, wenn die verschiedenen österreichischen Libri ordinarii als Editionen vorliegen. Sie ermöglichen erst systematische Studien im Bereich der Kirchenmusikforschung und der Liturgiewissenschaft. Der vollständig edierte Text des Seckauer Liber ordinarius A-Gu 1566 ist im Rahmen des Cantus Network Forschungsprojektes der Österreichischen Akademie der Wissenschaften auch digital zugänglich. Seine textkritische Edition erscheint nun in gedruckter Form als Supplement der Codices Manuscripti & Impressi. Die Druckedition des Seckauer Liber ordinarius enthält auch einen wissenschaftlichen Kommentar, der auf Teilen der systematischen Analysen meiner Dissertation basiert, die 2016 an der Kunstuniversität Graz vorgelegt wurde.