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Als erste Produktion einer interaktiven CD-ROM, die der Dokumentation von bedeutenden Zeugnissen der Buch- und Bibliotheksgeschichte aus den Sammlungen der Österreichischen Nationalbibliothek dient, erscheint als "elektronisches Faksimile" die sogenannte Admonter Riesenbibel (Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. Ser. n. 2701-2702.
Die zweibändige, fast 500 Blätter umfassende großformatige Handschrift (ca. 56 x 41 cm) gehört zum Typus der romanischen Riesenbibeln, die ausgehend von vorbildhaften italienischen Bibelhandschriften im Hochmittelalter auch nördlich der Alpen hergestellt wurden.
Nach den überlieferten Exemplaren zu urteilen, lag ein Zentrum der vermutlich auch für den Export arbeitenden Produktion in Salzburg; dort wurde die Admonter Bibel als das am reichsten ausgestattete und am vollständigsten überlieferte Beispiel dieser Gruppe um die Mitte des 12. Jahrhunderts mit etwa 50, zum Teil ganzseitigen Deckfarben-Miniaturen und mehr als 100 vorwiegend in Gold und Silber ausgeführten Rankeninitialen ausgeschmückt.
Geschaffen als repräsentatives Monumentalwerk, das programmatisch die Tradition der alle Bücher enthaltenden Voll-Bibel wiederaufleben läßt, wurde die Handschrift im Mittelalter viel benutzt.
Die CD-ROM der "Admonter Bibel" bietet die vollständige Handschrift und wird von einer kodikologischen und einer kunsthistorischen Einführung begleitet, die mit zusätzlichem Bildmaterial verknüpft ist. Der indexierte Zugang zum "Bild" wird durch ein Verzeichnis der Textanfänge und ein kommentiertes Register zum Buchschmuck ermöglicht. Ein übersichtlicher Bild-Index der aufgeschlagenen Doppelseiten, die Möglichkeit Vergrößerungen herzustellen sowie Ausschnitte und eigene Notizen anzufertigen, sollen dazu beitragen, die Vorteile des Mediums in möglichst großem Umfang zu nutzen.
Die aufgrund ihres Formates und des teilweise schlechten Erhaltungszustandes einer restriktiven Benützungsbeschränkung unterworfene Bibel wird damit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
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